Ulrike Mallschützke
Hilfe für andere
1960 wurde sie in Burgstädt geboren. Mal mehr und mal weniger "liebevoll" wuchs sie mit den drei älteren Brüdern auf. Dass der älteste Bruder mit Down-Syndrom "anders" war, war ihnen zwar bewusst, aber auch selbstverständlich. In die Einstellung, dass er damit nicht weniger lebenswert oder gar liebenswert war, nahmen sie ihre Eltern mit hinein. Beide machten aus ihrem christlichen Bekenntnis kein Geheimnis. So fielen die Kinder auch in der Schule manchmal auf, weil sie nicht überall dabei waren. Spannender wurde das in den höheren Schuljahren, vor allem als es um die Erweiterte Oberschule ging von den Lehrern als "sozialistische Kaderschmiede" bezeichnet, machte ihr das wenig Lust, um einen Zugang zu kämpfen. Sie ist immer noch ein wenig stolz, damals die Abschlussprüfung in weißer Bluse statt blauem FDJ-Hemd abgelegt zu haben. Im kirchlichen Bereich zu lernen und zu arbeiten, war für sie folgerichtig. Sie arbeitete als Verwaltungsangestellte am Theologischen Seminar in Leipzig, an dem auch der Ehemann Thomas Mallschützke Theologie studierte. In Leipzig wurde 1982 auch der Sohn geboren. Die begonnene Ausbildung für christliche Kinderarbeit war mit ihm und in der ersten Gemeinde in Wernsdorf bei Glauchau eine gute Teilzeit-Alternative. Zwei Töchter gehörten bald noch mit zur eigenen Familie.
Mit Kindern und Familien zu arbeiten, über den Glauben nachzudenken und damit auch Lebenshilfe anzubieten, war für beide in der Gemeindearbeit immer ein Schwerpunkt. Manchmal vermissten sie Fachkenntnisse wenn es um Ehescheidungen ging, Menschen depressiv waren u. a. Wie könnte hier die seelsorgerliche Begleitung noch hilfreicher sein?
Mit den Veränderungen nach der Wende, dem Pfarrstellen-Wechsel von Thomas in die Heimatgemeinde Burgstädt und durch gesundheitliche Probleme wurde für sie eine neue Orientierung notwendig. Dies war nicht einfach eine sachliche Entscheidung. Sie war mit Ängsten und einer Zeit der Depression verbunden. Sie suchte nach kompetenter Hilfe, wollte aber auch ihren Glauben aktiv mit einbezogen wissen. Sie war nun selbst in einer Situation, in der ich vorher versucht hatte, andere zu begleiten und brauchte die Kompetenz, mit dem eigenen Leben zurecht zu kommen.
Ein Angebot flatterte ins Haus Seelsorge-Lehrgang der erste dieser Art im Osten sie lächelte müde: "wenn ich nur könnte, wie ich wollte" im Moment war sie ein "hilfloser Helfer". Trotzdem meldete sie sich an, vielleicht mehr, um sich selbst zu helfen. Sie besorgte sich Literatur, an den Grundkurs schlossen sich weitere Kurse an. Sie engagierte sich für die Organisation dieser Arbeit hier im sächsischen Raum und fand dabei wieder das eigene Gleichgewicht und Stabilität.
Bei allem, was dann an Aus- und Weiterbildungen folgte, blieb ihr eines besonders wichtig: eine fachlich gute Kompetenz der Lebenshilfe in der Kombination mit dem christlichen Glauben. So ist daraus und gemeinsam mit anderen eine Seelsorge-Arbeit in Sachsen entstanden, die gern genutzt wird, wenn Lebensprobleme zu bewältigen sind und darüber hinaus mit einer Seminararbeit für Jugendliche, Paare und Familien damit Probleme gar nicht erst entstehen. Inzwischen wohnt sie mit ihrem Mann in Thalheim.
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